AGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Die Spielregeln für die Nutzung der platzeo.de Plattform.
1. Geltungsbereich und Vertragspartner
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB") gelten für alle Verträge zwischen der Rath & Blume GbR, Weingärten 22, 31134 Hildesheim (nachfolgend „Anbieter" oder „platzeo") als Betreiberin des Dienstes platzeo.de und ihren gewerblichen Kunden (nachfolgend „Kunde") über die Nutzung der platzeo.de Reservierungsplattform einschließlich aller zugehörigen Dienste (Webanwendung, Reservierungs-Widget, WordPress-Plugin, Staff-App sowie alle APIs).
Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmerinnen und Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts sowie öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Der Kunde versichert bei Vertragsschluss, in dieser Eigenschaft zu handeln.
Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zu.
2. Vertragsgegenstand
Gegenstand des Vertrages ist die entgeltliche Bereitstellung der Software-as-a-Service-Lösung „platzeo" zur Onlineannahme, Verwaltung und Abwicklung von Tischreservierungen, Gästekommunikation und damit verbundenen Funktionen. Der konkrete Funktionsumfang ergibt sich aus der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültigen Leistungsbeschreibung auf platzeo.de/preise und der jeweiligen Produktseite sowie dem vom Kunden gewählten Tarif (Starter, Pro, Kette).
Der Anbieter schuldet keinen bestimmten wirtschaftlichen Erfolg, insbesondere keine Mindestzahl an Reservierungen, Gästen oder Umsätzen.
3. Vertragsschluss
Die Darstellung der Tarife auf der Plattform stellt kein bindendes Angebot dar. Durch die Registrierung eines Accounts und Auswahl eines Tarifs gibt der Kunde ein verbindliches Angebot zum Abschluss eines Nutzungsvertrages ab. Der Vertrag kommt durch die Bestätigung per E-Mail oder die Freischaltung des Accounts durch den Anbieter zustande, spätestens jedoch mit Beginn der tatsächlichen Nutzung.
Vertragssprache ist Deutsch. Der Vertragstext wird vom Anbieter nicht gesondert gespeichert und ist nach Vertragsschluss nicht mehr abrufbar; die jeweils gültigen AGB können jederzeit unter platzeo.de/agb eingesehen werden.
4. Testphase
Sofern der Anbieter eine kostenlose Testphase anbietet, ist die Nutzung während dieser Phase unentgeltlich. Die Testphase endet automatisch mit Ablauf des angegebenen Zeitraums und erfordert keine Kündigung. Wird nach Ablauf der Testphase kein kostenpflichtiger Tarif gewählt, wird der Account deaktiviert.
5. Zugangsdaten und Nutzerkonten
Der Kunde erhält einen administrativen Zugang und kann zusätzliche Nutzer (Mitarbeiter) mit abgestuften Rollen anlegen. Der Kunde ist verpflichtet,
- Zugangsdaten geheim zu halten und vor unbefugtem Zugriff zu schützen,
- starke Passwörter zu verwenden und bei Verdacht auf Missbrauch unverzüglich zu ändern,
- den Anbieter unverzüglich zu informieren, wenn Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Nutzung bestehen.
Der Kunde haftet für Handlungen, die über seine Accounts erfolgen, wie für eigenes Handeln, sofern ihn ein Verschulden an der Preisgabe oder Nutzung der Zugangsdaten trifft.
6. Leistungsumfang und Weiterentwicklung
Der Anbieter stellt die Plattform nach dem Grundsatz „as a service" über das Internet bereit. Der Kunde ist für eine geeignete Internetverbindung, einen aktuellen Browser sowie kompatible Endgeräte eigenverantwortlich zuständig.
Der Anbieter ist berechtigt, die Plattform im Rahmen der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung weiterzuentwickeln und zu aktualisieren. Wesentliche Änderungen des Leistungsumfangs, insbesondere die Abkündigung einzelner Funktionen, werden dem Kunden rechtzeitig, mindestens 30 Tage im Voraus, in Textform angekündigt. Erhebliche Einschränkungen berechtigen den Kunden zur außerordentlichen Kündigung zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung.
7. Verfügbarkeit und Wartung
Der Anbieter strebt eine Verfügbarkeit der produktiven Plattform von 99,5 % im Jahresmittel an, gemessen am Zugangspunkt des Rechenzentrums. Nicht auf die Verfügbarkeit angerechnet werden Zeiten
- angekündigter Wartungsarbeiten, die der Anbieter nach Möglichkeit außerhalb der üblichen Geschäftszeiten deutscher Gastronomie (11:00–23:00 Uhr) durchführt,
- kurzfristiger Notfallwartungen zur Abwehr akuter Risiken,
- Störungen, die auf höhere Gewalt, Handlungen Dritter oder Ausfälle von Vorleistungen (z. B. Internet-Backbone) zurückgehen.
Für Kunden im Tarif „Kette" können abweichende Service-Level in einer gesonderten Vereinbarung geregelt werden.
8. Nutzungsrechte
Der Anbieter räumt dem Kunden für die Dauer des Vertrages ein einfaches, nicht übertragbares und nicht unterlizenzierbares Recht ein, die Plattform im vereinbarten Umfang zu nutzen. Eine Weitergabe der Zugangsdaten an Dritte oder die Nutzung durch Dritte außerhalb des eigenen Betriebs des Kunden ist nicht gestattet.
Inhalte, Texte, Bilder, Reservierungs- und Gästedaten, die der Kunde in die Plattform einstellt (nachfolgend „Kundendaten"), verbleiben im Eigentum bzw. in der Verantwortung des Kunden. Der Kunde räumt dem Anbieter an den Kundendaten ein zeitlich auf die Vertragslaufzeit beschränktes, räumlich auf die Bereitstellung der Dienste beschränktes, einfaches Nutzungsrecht ein, soweit dies zur vertragsgemäßen Erbringung der Leistungen erforderlich ist (insbesondere Speicherung, Vervielfältigung und Anzeige gegenüber berechtigten Nutzern und Endgästen).
9. Pflichten und Verantwortlichkeit des Kunden
Der Kunde ist allein verantwortlich für die Inhalte, die er über die Plattform einstellt oder verarbeitet. Er stellt sicher, dass die Nutzung der Plattform im Einklang mit allen anwendbaren Gesetzen steht, insbesondere dem Datenschutz-, Wettbewerbs-, Marken-, Urheber- und Lebensmittelrecht.
Der Kunde verpflichtet sich insbesondere,
- keine rechtswidrigen, irreführenden, jugendgefährdenden oder rechte Dritter verletzenden Inhalte einzustellen,
- keine Schadsoftware oder automatisierten Abrufe (Scraping, Bots) gegen die Plattform einzusetzen,
- keine Sicherheitslücken auszunutzen oder die Plattform oberhalb der im Tarif vorgesehenen Grenzen zu belasten,
- die notwendigen Informationen und Einwilligungen seiner Gäste einzuholen, bevor er deren Daten in die Plattform einstellt,
- Stornierungs-, Anzahlungs- und No-Show-Bedingungen gegenüber seinen Gästen transparent zu kommunizieren.
Der Kunde stellt den Anbieter von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die aus einer schuldhaft rechtswidrigen Nutzung der Plattform oder aus rechtswidrigen Inhalten des Kunden resultieren. Dies gilt einschließlich angemessener Kosten der Rechtsverteidigung.
10. Vergütung, Abrechnung und Zahlungsverzug
Die Nutzung der Plattform ist kostenpflichtig nach den zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses unter platzeo.de/preise veröffentlichten Preisen. Alle Preise verstehen sich als Nettopreise in Euro zuzüglich der jeweils gesetzlich geltenden Umsatzsteuer.
Die Abrechnung erfolgt, je nach gewähltem Abrechnungszyklus, monatlich oder jährlich im Voraus. Der Rechnungsbetrag ist mit Zugang der Rechnung ohne Abzug zur Zahlung fällig. Die Zahlung erfolgt über den Zahlungsdienstleister Stripe per SEPA-Lastschrift, Kreditkarte oder über andere vom Anbieter freigegebene Zahlungsmittel.
Gerät der Kunde mit einer Zahlung in Verzug, ist der Anbieter berechtigt, nach vorheriger Ankündigung und erfolgloser Nachfristsetzung den Zugang zur Plattform vorübergehend zu sperren. Die Zahlungspflicht für den laufenden Abrechnungszeitraum bleibt hiervon unberührt. Verzugszinsen in gesetzlicher Höhe (§ 288 Abs. 2 BGB) und eine Verzugspauschale nach § 288 Abs. 5 BGB können geltend gemacht werden.
Eine Aufrechnung mit Forderungen des Kunden gegen den Anbieter ist nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig. Ein Zurückbehaltungsrecht kann der Kunde nur geltend machen, wenn der Gegenanspruch aus demselben Vertragsverhältnis resultiert.
11. Preisanpassung
Der Anbieter ist berechtigt, die Preise mit einer Ankündigungsfrist von mindestens acht Wochen in Textform anzupassen, um Änderungen der Kostenlage (z. B. Energie, Personal, Infrastruktur) sowie gesetzlicher Abgaben angemessen abzubilden. Erhöhen sich die Preise um mehr als 10 % innerhalb von zwölf Monaten, hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht zum Wirksamwerden der Erhöhung. Dies ist in der Ankündigung gesondert hervorzuheben. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Ankündigung oder nutzt er die Plattform nach Inkrafttreten der Erhöhung weiter, gilt die Anpassung als genehmigt.
12. Datenschutz und Auftragsverarbeitung
Die Verarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen der Plattform richtet sich nach der Datenschutzerklärung unter platzeo.de/datenschutz. Soweit der Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag des Kunden (insbesondere Gäste- und Reservierungsdaten) verarbeitet, schließen die Parteien einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Der AVV wird dem Kunden mit Vertragsschluss elektronisch zur Verfügung gestellt und wird mit der Registrierung wirksamer Bestandteil des Vertrages.
Der Kunde ist für die rechtmäßige Erhebung, Verarbeitung und Übermittlung der durch ihn in die Plattform eingestellten personenbezogenen Daten allein verantwortlich.
13. Vertraulichkeit
Die Parteien werden alle ihnen im Rahmen der Vertragsdurchführung bekannt werdenden vertraulichen Informationen der jeweils anderen Partei geheim halten und nur für Zwecke dieses Vertrages verwenden. Ausgenommen sind Informationen, die allgemein bekannt sind oder ohne Verschulden bekannt werden, die rechtmäßig von Dritten erlangt wurden oder deren Offenlegung gesetzlich oder behördlich vorgeschrieben ist. Die Pflicht zur Vertraulichkeit bleibt drei Jahre über das Vertragsende hinaus bestehen.
14. Gewährleistung
Der Anbieter gewährleistet, dass die Plattform bei vertragsgemäßer Nutzung im Wesentlichen der Leistungsbeschreibung entspricht. Eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit bleibt außer Betracht.
Für Mängel, die bereits bei Vertragsschluss vorhanden waren, ist die verschuldensunabhängige Haftung des Anbieters ausgeschlossen (§ 536a Abs. 1, 1. Alt. BGB analog). Der Kunde hat Mängel unverzüglich in nachvollziehbarer Form an den Anbieter zu melden. Der Anbieter wird Mängel innerhalb angemessener Frist beheben.
15. Haftung
Der Anbieter haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz sowie im Rahmen übernommener Garantien.
Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht) und der Höhe nach begrenzt auf den bei Vertragsschluss typischen, vorhersehbaren Schaden. Wesentliche Vertragspflichten sind solche, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf.
Die Haftung für Datenverlust ist auf den typischen Wiederherstellungsaufwand beschränkt, der bei regelmäßiger und gefahrentsprechender Datensicherung durch den Kunden eingetreten wäre. Der Kunde ist für eine Sicherung seiner Daten durch den bereitgestellten Exportmechanismus verantwortlich.
Eine weitergehende Haftung des Anbieters ist ausgeschlossen. Die vorstehenden Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten der gesetzlichen Vertreter, Mitarbeiter und Erfüllungsgehilfen des Anbieters.
16. Höhere Gewalt
Der Anbieter haftet nicht für Leistungsstörungen, die auf höhere Gewalt zurückzuführen sind. Als höhere Gewalt gelten insbesondere Naturereignisse, Krieg, Terroranschläge, Pandemien, großflächige Ausfälle öffentlicher Kommunikationsnetze, Stromausfälle sowie hoheitliche Maßnahmen. Für die Dauer der höheren Gewalt sind die Leistungspflichten der betroffenen Partei ausgesetzt.
17. Laufzeit und Kündigung
Der Vertrag beginnt mit Vertragsschluss und läuft – sofern nichts anderes vereinbart ist – auf unbestimmte Zeit. Er kann von beiden Parteien im Monatstarif mit einer Frist von einem Monat zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums, im Jahrestarif mit einer Frist von einem Monat zum Ende der Jahreslaufzeit in Textform (z. B. per E-Mail an hallo@platzeo.de oder über die Kündigungsfunktion im Dashboard) gekündigt werden.
Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere vor, wenn der Kunde trotz Mahnung mit zwei aufeinander folgenden Zahlungen in Verzug ist oder wiederholt erheblich gegen seine Pflichten aus Ziffer 9 verstößt.
18. Folgen der Vertragsbeendigung
Nach Vertragsende stellt der Anbieter dem Kunden für einen Zeitraum von 30 Tagen die Möglichkeit zur Verfügung, seine Kundendaten in einem gängigen, maschinenlesbaren Format (CSV bzw. JSON) zu exportieren. Nach Ablauf dieser Frist werden die Kundendaten innerhalb weiterer 30 Tage aus den produktiven Systemen gelöscht. Aus Backups werden die Daten im Rahmen der üblichen Backup-Rotation entfernt. Gesetzliche Aufbewahrungspflichten bleiben unberührt.
19. Änderungen dieser AGB
Der Anbieter ist berechtigt, diese AGB mit Wirkung für die Zukunft zu ändern, soweit dies zur Anpassung an geänderte rechtliche oder technische Rahmenbedingungen oder zur Fortentwicklung der Plattform erforderlich ist und die Änderungen den Kunden nicht unangemessen benachteiligen. Änderungen werden dem Kunden mindestens sechs Wochen vor Inkrafttreten in Textform angekündigt.
Widerspricht der Kunde nicht innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Änderungsmitteilung, gelten die Änderungen als angenommen. Auf diese Folge wird der Anbieter in der Änderungsmitteilung gesondert hinweisen. Im Falle eines Widerspruchs sind beide Parteien berechtigt, den Vertrag zum Wirksamwerden der Änderung zu kündigen.
20. Schlussbestimmungen
Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist, sofern der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist, Hildesheim. Der Anbieter ist berechtigt, auch am allgemeinen Gerichtsstand des Kunden zu klagen.
Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen der Textform. Dies gilt auch für eine Aufhebung dieses Formerfordernisses.
Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht. Anstelle der unwirksamen Bestimmung gilt diejenige gesetzlich zulässige Regelung als vereinbart, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt. Entsprechendes gilt für Regelungslücken.
Die Europäische Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung bereit ( ec.europa.eu/consumers/odr). Der Anbieter ist nicht bereit und nicht verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen; das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer.
Stand: 17. April 2026